Übergewicht
Ernährung,  Hundeabteilung

Hilfe, mein Hund hat Übergewicht – Was tun?

Habt ihr auf euren Spaziergängen schon mal die anderen Hunde beobachtet? Wie viele sind davon zu dick? Stimmt, einige. Das finde ich ziemlich traurig und auch bedenklich. Heutzutage fehlt vielen Mensch der Blick dafür. Man hört immer wieder: „Ach ist ja ein Labrador, die sind halt so verfressen“, oder: „’ne, der hat nur viel Fell“. Das mit dem Fell stimmt in einigen Fällen. Fell kann viel ausmachen, aber spätestens, wenn man den Hund streichelt, kann man feststellen, ob der Hund wirklich zu dick ist.

Übergewicht beim Hund – Entstehung

Wisst ihr, dass Übergewicht beim Hund, die gleichen Risiken beherbergt, wie bei uns Menschen? Adipositas kann zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen, zu erhöhtem Cholesterin, zu Diabetes, zu Gelenkproblemen, Leberproblemen und noch so einiges mehr. Auch der Hund ist davor nicht gefeit. Übergewicht reduziert die Lebenserwartung eines Hundes enorm und mal davon abgesehen, ist es für den Hund eine Last, das ganze Gewicht mit herumzuschleppen. Zu dicke Hunde laufen einfach nicht mehr so, wie normal-gewichtige und das tut mir in der Seele weh. Wenn sie gerne wollen, aber nicht können oder ganz schnell außer Atem sind, finde ich das schrecklich mitanzusehen.

Meine Schwiegermutter hat immer gesagt, dass sie das Futter für ihren dicken Dackel doch abwiegt und er auch so nichts bekommt. Wenn wir dann dort waren, lagen im Napf immer Reste vom Mittagessen und das Katzenfutter stand auch immer offen da, da hat er sich liebend gerne bedient. Die Dackeldame starb eigentlich viel zu früh, für einen kleinen Hund, an den Folgen des Übergewichtes. Und das, obwohl das Futter ja immer „abgewogen“ wurde. So ist es leider bei vielen Hunden. Die Halter sagen, der frisst gar nicht so viel, nur sein Futter. Die Leckerlis und Kauartikel werden nicht mitgezählt. Eine kleine Hand voll normaler Leckerlis ist für einen kleinen Hund oft schon eine halbe bis ganze Portion. Dann gibt es noch die Kaustange und den Kong und das getrocknete Schweineohr. Besitzer sehen das aber selber nicht, was sie in den Hund den ganzen Tag hineinschieben.

Das Verdauungssystem des Hundes ist überhaupt nicht darauf ausgelegt, sooft am Tag etwas zu bekommen. Wölfe fressen oft tagelang gar nichts, oder nur Beeren und Pflanzen. Erst wenn die Jagd wieder erfolgreich war, gibt es eine richtige Mahlzeit. Unsere Hunde können sich oft den ganzen Tag selber bedienen. Ihnen steht immer Fressen zur Verfügung und wenn nicht, dann gibt es alle zwei Stunden irgendwas von der leckeren Keksdose, die Mama in der Küche stehen hat. Der Magen des Hundes ist gefaltet und jedes Mal, wenn auch nur ein kleines Stück kommt, ist er der Meinung, jetzt kommt Nahrung und faltet sich auseinander. Der komplette Verdauungstrakt beginnt zu arbeiten und Magensäure wird produziert. Es kommen aber nur ein paar Kekse. Wohin mit der Magensäure? Die geht dann oft oben raus, nach einer gehörigen Portion Gras. Weniger ist daher oft mehr.

Übergewicht

Ursachen für Übergewicht beim Hund

Tatsächlich kann es viele Ursachen geben, die zu Übergewicht führen können. Ein paar wichtigsten habe ich mal zusammengefasst.

  • Zu wenig Bewegung
  • Kastration (verlangsamter Stoffwechsel, Hund kann „gemütlicher“ werden und weniger Energie benötigen)
  • falsche Futterzusammensetzung (zu viel Fett und/oder Kohlenhydrate)
  • Schilddrüsenunterfunktion
  • zu viel Futter
  • zu viel Belohnungen und Kauartikel
  • Genetik (muss man mit der Energiezufuhr ausgleichen)
  • idiopathische Ursache (intensive tierärztliche Untersuchung notwendig)
  • Stoffwechselerkrankungen
  • fortschreitendes Alter ohne Anpassung des Futters

Fett ist der Energielieferant unserer Hunde. Sie können das Fett viel besser verstoffwechseln als wir Menschen. Natürlich wird zu viel Fett auch als Depot abgespeichert, aber lange nicht so schnell, wie bei uns. Hingegen ist bei Hunden und den Kohlenhydraten Vorsicht geboten. Kohlenhydrate sollten nur einen kleinen Prozentsatz des Futters ausmachen, denn zu viel davon wird viel schneller als Fettdepot gespeichert, als zu viel Fett. Außerdem ist das Fettdepot aus Kohlenhydraten viel hartnäckiger.

Reduktionskost – Übergewicht beim Hund

Bei uns Menschen gibt es viele verschiedene Diäten. Nur die wenigsten sind effektiv. Trotzdem werden es immer mehr. Generell würde auch beim Menschen eine gesunde Ernährung und etwas weniger von allem, am besten funktionieren. Genauso ist es auch bei unseren Hunden. Die Menge kann um bis zu 30 % reduziert werden. Beim Barfen rechnet ihr einfach die Menge für das Idealgewicht des Hundes aus. Ggf. kann man beim Fertigfutter auch nachsehen, wie hoch die Menge beim Idealgewicht des Hundes wäre und dann nach Angaben füttern.  Danach muss man gucken, ob es klappt. Nimmt der Hund ab, lässt man das Futter eine Weile so und geht dann nach erreichen wieder ein klein wenig höher. Bleibt das neue Gewicht, so hat man die richtige Menge. Manchmal muss man ein wenig ausprobieren, da es einfach von mehreren Faktoren abhängt, warum der Hund Übergewicht hat (siehe oben).

  • Kauft kein Light-Futter
  • Übergewichtige Senioren sollten auf alle Fälle ein Seniorfutter bekommen bzw. die Barf-Ration sollte angepasst werden.
  • Bei einem qualitativ schlechten Futter muss evtl. eine Futterumstellung vorgenommen werden
  • Evtl. eine Ernährungsberatung in Anspruch nehmen, wenn man es selbst nicht schafft.
  • Regelmäßige, angepasste Bewegung für den Hund
  • Mit fitten Hunden evtl. Sport machen (Joggen, Radfahren, Mantrailing, Hundefitness etc. – aber langsam anfangen)
  • Nebenbei Leckereien weglassen oder alternativ auf kcal-arme Produkte zurückgreifen (Rinderhaut zum Kauen, Ochsenziemer statt Schweineohren, getrocknete Rinder- oder Pferdelunge)
  • bei hungrigen Hunden, Futter etwas strecken, z. B. durch pürierte Karotten, Futterzellulose
  • auch Ballaststoffe wie z. B. Flohsamenschalen können bei hungrigen Hunden etwas helfen

Idealgewicht – Übergewicht bei Hunden

Wie merke ich, ob mein Hund Übergewicht hat? Es gibt einige Körpermerkmale, die man gut sehen und ertasten kann. Zum einen sollten die Rippen ohne großen Druck gut fühlbar sein. Es sollte eine sichtbare Taille von oben vorhanden sein und auch von der Seite sollte man sehen, dass der Brustkorb nach hinten schmaler wird und eine Taille vorhanden ist. Man kann auch die Haut ein wenig zwischen die Finger nehmen und gucken, ob das Unterhautfettgewebe sehr stark ausgeprägt ist. Außerdem kann man ein wenig die Rasse-Tabellen nach Größe und Gewicht vergleichen. Wenn ihr Mischlinge habt, dann nehmt einfach die Rasse, die optisch am ehesten passt.

Übergewicht

Ich hoffe, ich konnte euch jetzt einen kleinen Einblick in das Thema Übergewicht bei Hunden geben. Solltet ihr Fragen haben, gerne her damit. Entweder in die Kommentare und per Kontaktformular.

Ich wünsche euch und euren Vierbeinern einen schönen Tag.

Nicole

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